AGV Bonn und Rhein-Sieg-Kreis

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Arbeitgeberverband Bonn und Rhein-Sieg-Kreis e.V.

   Gerhard Braun - Vorsitzender

Der Arbeitgeberverband Bonn und Rhein-Sieg-Kreis e.V. steht seit seiner Wiedergründung am 8. August 1948 den Industrie- und Dienstleistungsunternehmen der Region als erfahrener und bewährter Dienstleister auf dem Gebiet des gesamten Arbeitsrechts zur Verfügung.

 

Aktuelles

 

Eine Umfrage unter den 1200 tarifgebundenen Unternehmen der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie hat ergeben, dass in fünf Jahren nur noch die Hälfte aller Investitionen in Deutschland erfolgen dürfte. Vor fünf Jahren waren es noch gut zwei Drittel. Bei Produktionen und Gewinnen zeichnet sich eine vergleichbare Verschiebung ins Ausland ab. Hauptgrund für die Verlagerungstendenz sind günstigere Produktionskosten, die teuren Folgen der Energiewende und zunehmende bürokratische Lasten auch durch landespolitische Alleingänge in NRW. Betroffen vom Job-Abbau in NRW sind vor allem einfache Tätigkeiten. „Die Ergebnisse sind mehr als nur ein Warnsignal an die IG Metall und an die Landespolitik, die Bedingungen für wettbewerbsfähige Arbeitsplätze schnell und nachhaltig zu verbessern“, warnte der Metall-Arbeitgeberpräsident. Die Metall- und Elektroindustrie NRW ist mit fast 700 000 Beschäftigten und einem Umsatz von knapp 170 Milliarden Euro das Kraftzentrum des Produktionsstandorts NRW. Bei den anstehenden Tarifverhandlungen will die IG Metall offenbar mit Forderungen von bis zu fünf Prozent Gehaltsplus an den Verhandlungstisch gehen. Kirchhoff machte deutlich, dass das gesamtwirtschaftliche Produktivitätswachstum der Branche lediglich bei einem Plus von 0,5 Prozent liegt. Gehaltszuwächse von 14 Prozent in den vergangenen drei Jahren seien bereits „großzügig und anhand der Inflations- und Produktivitätsentwicklung eigentlich nicht begründbar“ gewesen. Angesichts einer sehr unterschiedlichen Marktsituation der Metall- und Elektrobetriebe in NRW strebe man einen möglichst flexiblen Flächentarifvertrag an.

Ungewöhnlich deutlich betonte Metall-Präsident Kirchhoff, dass die Unternehmen auch landespolitische Gesetzesinitiativen wie den Klimaschutzplan, das Tariftreue- und Vergabegesetz, den Landesentwicklungsplan oder das Hochschulzukunftsgesetz für eine Verschlechterung des Produktionsstandorts verantwortlich machten: „Es ist schon auch etwas NRW-Spezifisches“, sagte Kirchhoff mit Blick auf vergleichbare Umfragen in anderen Bundesländern.